Mein brockenwolf-Jahr 2025: Rückblick, Fails und Learnings
- Saskia

- 30. Nov. 2025
- 4 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 30. Nov. 2025
2025 war für brockenwolf das erste komplette Jahr als kreatives Startup.
Es war kein Durchbruch, es gab kein virales Reel, aber dafür viele Erkenntnisse.
Und genau die haben mir gezeigt, wie mein kleines Handmade-Business langfristig funktionieren kann.
In diesem Artikel teile ich offen, was dieses Jahr gut lief, wo die größten Herausforderungen lagen und welche Learnings ich daraus für 2026 mitnehme.
Warum? Weil ich sicher bin, dass nicht nur ich manchmal zweifele oder Frust habe. Weil ich zeigen möchte, dass auch diese Gefühle dazu gehören. Weil ich davon überzeugt bin, dass man auch aus Dingen, die schief gelaufen sind, lernen kann.
Und auch deshalb teile ich diesen Rückblick.
Weil viele Geschichten, die man gerade auf Social Media sieht, sehr glatt sind. Erfolg wirkt dort oft so einfach und linear. Im eigenen Alltag fühlt es sich doch manchmal ganz anders an.
Dieser Text ist kein Gegenentwurf, sondern ein ehrlicher Blick auf das, was bei mir wirklich passiert ist.
Wie ich ins Jahr gestartet bin – Erwartungen vs. Realität
Ich bin optimistisch gestartet: neue Ideen, neue Motive, ein Online-Shop, das absolute Ziel Workshops anbieten zu können, verschiedene Ideen für Vertrieb und Sichtbarkeit und noch so viel mehr.
Und dann kam die Realität: Ein kreatives Ein-Frau-Business wächst langsamer, als es sich auf Papier planen lässt. Denn ich bin ja nicht nur die Siebdruckerin. Ich bin Visionärin, Designerin, Vertrieblerin, Marketing-Frau, Webdesignerin, Produktfotografin, Texterin, Buchhalterin, Einzelhändlerin, Social Media Managerin und Workshopleitung. Und nicht zu vergessen in den letzten Monaten auch noch Abrissbirne, Fliesenlegerin und Malerin.
2025 hat mir gezeigt, dass bei weitem nicht alles so schnell geht, wie ich es mir wünschen würde. Ich kann einfach nicht auf allen Hochzeiten tanzen, sondern muss mich fokussieren. Manche Bereiche sind tragfähig und machen Sinn – anderen lohnen sich einfach (noch) nicht.
Was in diesem Jahr als kleines Handmade-Label gut funktioniert hat
1. Mein Stil ist klarer geworden
Ich habe sehr viel getestet und probiert. Nicht immer waren es Motive, die mir selbst gefallen haben, sondern häufig auch Ideen von links und rechts nach dem Motto: "Das ist doch gerade total im Trend. Das musst Du auch machen. Das funktioniert bestimmt."
Und gerade in den letzten Wochen hat mich das zunehmend unzufrieden gemacht. Ich hatte das Gefühl, mich zwischen den ganzen Stühlen zu verlieren und habe eine Entscheidung getroffen: Ich mache für brockenwolf nur noch Motive, von denen ich zu 100% überzeugt bin. Nur dann kann ich auch Menschen überzeugen.
2. Die Workshops waren mein absolutes Highlight
Endlich kann ich die so lang ersehnten Workshops anbieten und die ersten Test-Workshops sind super gelaufen. Das Konzept funktioniert: Die Teilnehmer*innen haben Spaß und ich kann gleich zwei Lieblingsbeschäftigungen nachgehen, nämlich Siebdrucken und Wissen vermitteln.
Und natürlich habe ich schon so viele weitere Ideen...
3. Ich habe meinen Fokus gefunden (bzw. eingeschränkt bekommen)
2025 war das Jahr, in dem ich realisiert habe, dass ich nicht gleichzeitig sein kann.
Ich kann nicht alles auf einmal machen. Ich kann nicht parallel eine Werkstatt komplett umbauen, neue Motive entwerfen, eine Vertriebs- und eine Marketingstrategie entwickeln, und, und, und...
Deshalb werde ich in 2026 klare Schwerpunkte und Ziele setzen und so mit einem viel leichteren Gefühl ins neue Jahr starten.
Wird das genau so klappen? Ganz sicher nicht. Aber eine Richtschnur wird es bleiben.
Herausforderungen im kreativen Business: Sichtbarkeit, Vertrieb & Frust
1. Online-Sichtbarkeit ist ein Langzeitprojekt
Der Online-Shop lief… sagen wir: gemächlich. Zwar gab es Bestellungen, aber sie waren ein wenig wie seltene Tierarten: „Oh! Oh! Da ist eine!“.
Das ist Frust und lässt zweifeln. Aber auch das gehört zum Prozess dazu.
SEO + Social Media + Community-Aufbau funktionieren – aber nicht sofort. Ich muss weitermachen und durchhalten. Und ihr seid wirklich immer wieder eine so tolle Unterstützung.
2. Einzelhandel lohnt sich für Handmade (oft) nicht
Ich habe es durchgerechnet. Dann nochmal durchgerechnet. Dann Lou gefragt. Das Ergebnis: Ich hätte keinen Gewinn gemacht und die Einzelhändler keine attraktive Marge bekommen.
Deshalb habe ich entschieden, diesen Weg vorerst nicht im größeren Stil zu gehen.
3. Mein Geduldsfaden
Wenig Verkäufe, hoher Aufwand, viel Unsichtbarkeit - das ist einfach anstrengend. Es gibt Tage, an denen ich mich frage, ob man das alles nicht einfacher haben könnte. Und ob der Zeitpunkt irgendwann kommt, an dem sich all die Arbeit sichtbar auszahlt.
In diesen Momenten hilft mir der Gedanke, dass brockenwolf nicht nur in Zahlen gemessen werden darf.
Ich merke beim Drucken, bei den Workshops oder in Gesprächen mit euch, dass das, was ich tue, Sinn ergibt. Dass Menschen sich für meine Arbeit interessieren, auch wenn sie (noch) nicht kaufen. Dass Prozesse Zeit brauchen. Gerade dann, wenn man Dinge bewusst und nachhaltig aufbauen will.
Mein Geduldsfaden ist nicht endlos, aber er ist stabiler geworden.
Meine wichtigsten Learnings aus 2025
Fokus ist wirksamer als ständige Multitasking-Ideen
Reichweite bedeutet nicht automatisch Umsatz
Entscheidungen müssen realistisch und nicht romantisch sein
Humor ist ein guter Klebstoff für Frustmomente.
Lou liegt meistens richtig.
Ein ruhiger, aber klarer Weg.
Fazit
Ein ehrlicher Blick zurück ist wichtig. Und noch wichtiger ist es, aus den Erkenntnissen zu lernen.
Aber am schönsten ist es, wenn einem klar wird, wie sehr man das liebt was man tut.
Also, seid gespannt was noch alles kommt!
Was euch nächste Woche erwartet
Nächste Woche schreibe ich darüber, wie ich das Thema Selbstständigkeit erleben. Welche Freiheiten ich dadurch habe, aber auch die Herausforderungen und Entscheidungen, die damit einhergehen. Und warum ich es mir nicht mehr anders vorstellen kann.





