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Ein Jahr mit brockenwolf selbstständig

  • Autorenbild: Saskia
    Saskia
  • 6. Dez. 2025
  • 4 Min. Lesezeit

Entscheidungen aus dem ersten Jahr


Dieser Beitrag ist Teil 2 meiner Adventsreihe.

In Teil 1 habe ich zurückgeschaut, wo brockenwolf nach 2025 steht.

Dieser Text knüpft genau daran an.


Im ersten Jahr von brockenwolf ist mir vor allem eines klar geworden:

Viele Entscheidungen sehen von außen überraschend aus. Sie entstehen aber aus sehr konkreten Rahmenbedingungen.

Dieser Beitrag baut auf meinem Rückblick vom 1. Advent auf und geht einen Schritt weiter: Was sind konkrete Folgen aus den Learnings, wenn ein Handmade-Business hauptberuflich geführt wird?


Handmade-Business hat andere Rahmenbedingungen


Viele von euch wissen bereits, dass ich seit mittlerweile fast 20 Jahren selbstständig bin. Bis vor ca. drei Jahren habe ich Vollzeit im Online Marketing gearbeitet und mich nach einer Pause aus gesundheitlichen Gründen entschieden, brockenwolf zu gründen. Seitdem liegt mein Fokus auf brockenwolf, meine Online-Projekte möchte ich aber auch nicht missen. Eine tolle Kombi.

 

Wenn ein Handmade-Business als Haupterwerb geführt wird, ändern sich die Rahmenbedingungen. Kosten, Versicherungen, Absicherung, Investitionen und Ausfallzeiten müssen immer mitgedacht und gerechnet werden. Entscheidungen müssen deshalb auch immer wirtschaftlich tragfähig sein. Nicht nur theoretisch, sondern ganz konkret.

 

Ich habe im Rückblick geschrieben, dass 2025 kein Durchbruchsjahr war, aber eines, das sehr viel geklärt hat und in dem ich wichtige Entscheidungen getroffen habe.

Viele davon kreisen um das Thema, wie brockenwolf tragfähig und wirtschaftlich sein kann. Und auch darum, wo Grenzen liegen.


Einzelhandel: Nicht alles, was möglich ist, macht Sinn

Ich finde, dass der Einzelhandel dafür ein sehr gutes Beispiel ist und eines das auch für andere Bereiche stehen kann.

 

Im ersten Artikel habe ich erwähnt, dass ich bestimmte Wege bewusst (noch) nicht gehe.

Der Grund dafür ist nicht fehlende Lust oder mangelnde Ambition, sondern eine nüchterne Rechnung.

 

Ich habe einige Kosten auf meiner Seite:

  • Materialkosten (ich nutze hochwertige und nachhaltige Materialien)

  • Produktionskosten (also alles, was es drumherum gibt wie Werkzeug, Geräte, Siebe, Wasser etc ..)

  • Arbeitszeit (die beinhaltet neben der Zeit für den Druck auch jeden einzelnen anderen Handschlag wie Versand, Buchhaltung, Vertrieb, Marketing...)

 

Und auch die Einzelhändler haben sehr viele Kosten auf ihrer Seite und tragen das Verkaufsrisiko. Es ist also nur fair, dass sie eine entsprechende Verkaufsmarge benötigen, um ihre Kosten zu decken plus Gewinn zu erwirtschaften.

 

Und genau da kommen wir leider nicht zusammen. Denn bei den Preisen, die ich kalkulieren muss, haben weder Einzelhandel noch ich Spaß.

 

Jetzt könnte man meinen: Ja, aber sie muss ja auch erstmal investieren. Und richtig, da bin ich dabei... Aber wenn eine Kalkulation von Beginn an nicht funktioniert, macht es auch keinen Sinn zu skalieren. Und günstig reingehen, um wenig später Preise erhöhen zu müssen, davon halte ich nichts.

 

Was ich mir aber vorstellen kann:

  • Kooperationen

  • Pop-Up Store

  • Event-Druck


Fokus: Nicht alles ein bisschen, sondern etwas richtig

Eine weitere Erkenntnis aus 2025 war, dass ich nicht alles gleichzeitig verfolgen kann.

Produktion, Workshops, Umbau, Sichtbarkeit, neue Produkte, all das konkurriert um dieselbe Ressource: meine Zeit.

 

Leider bedeuten mehr Optionen nicht immer mehr Möglichkeiten, auch wenn es sich erst einmal gut anhört. Denn wenn ich vieles ein bisschen mache, mache ich nichts ganz.

 

Ich muss also Prioritäten setzen, sonst verliere ich mich in all den Möglichkeiten. Und dabei setze ich drei Kriterien an:


  • Es muss mir Spaß machen - genau, Spaß

  • Ich muss dahinter stehen können

  • Es muss sich rechnen

 

„Sich rechnen“ bedeutet für mich dabei nicht zwingend kurzfristigen Gewinn. Es kann auch bedeuten, bewusst in Sichtbarkeit, Reichweite oder Bekanntheit zu investieren, wenn diese Entscheidungen strategisch sinnvoll sind und zum Gesamtbild passen.


Der Fokus schränkt mich also nicht ein, sondern gibt mit Raum, die richtigen Dinge mit meiner vollen Aufmerksamkeit zu tun.

 

Lange Zeit habe ich den Satz „selbst und ständig“ einfach übernommen. Heute weiß ich, dass das weder ein funktionierendes Modell für mich ist, noch für eine Selbstständigkeit, die langfristig tragen soll.


Workshops: Arbeit die bei mir und anderen ankommt

Im Rückblick habe ich beschrieben, dass die Workshops eines der Highlights des Jahres waren.

 

Und hier ist das Kriterium "Spaß" auf jeden Fall erfüllt, denn ich liebe es, Wissen weiter zu geben und die Freude meiner Teilnehmer*innen zu sehen.

 

Und auch wirtschaftlich ist es stimmig.

 

Aber mindestens genauso wichtig ist etwas anderes: Die Workshops passen zu dem, wie ich arbeiten möchte. Sie verbinden Handwerk, Austausch und Präsenz. Ich erlebe direkt, wie Menschen mit dem Siebdruck in Berührung kommen, Fragen stellen, ausprobieren, Fehler machen und am Ende etwas Eigenes in den Händen halten.

 

Für mich sind die Workshops deshalb mehr als ein Angebot. Sie sind eine Form von Arbeit, die für mich und die Teilnehmenden sinnvoll ist.


So möchte ich arbeiten

Ja, Selbstständigkeit bringt andere Rahmenbedingungen und ein höheres Risiko mit sich.

 

Gleichzeitig gibt sie mir die Freiheit, meine Arbeit bewusst zu gestalten, was Tempo, Umfang und Form angeht. Entscheidungen darüber treffe ich selbst. Und auch darüber, was ich nicht mache.


Fazit: Die wichtigste Erkenntnis 

Der Rückblick aus dem 1. Advent und die Entscheidungen aus dem ersten Jahr haben mir vor allem eines gezeigt: Ich und damit auch brockenwolf brauchen keine maximale Ausdehnung, sondern eine stabile Grundlage.

 

Ich habe Entscheidungen getroffen, die von außen vielleicht nicht immer nachvollziehbar sind. Aber sie sorgen für mehr Fokus und bedeuten nicht "weniger", sondern sind die Basis für ein gesundes Wachstum.

 

Es geht nicht darum, alles zu machen, sondern das Richtige.



Ausblick auf den 3. Advent

Im 3. Advent öffne ich den Blick hinter die Kulissen von brockenwolf. Wie mein Arbeitsalltag tatsächlich aussieht, was neben dem Drucken alles dazugehört und warum ich öfters mehr Zeit am Rechner als in der Werkstatt verbringe.


 
 
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